[6274] aus der Franzosenzeit

In der Franzosenzeit sollen die Franzosen, um in die Stadt zu kommen, einen unterirdischen Gang angelegt haben, der draußen vor dem Kröpeliner Thore begann und in der Marienkirche enden sollte. Dort wollten sie dann unbemerkt heraussteigen und die Stadt einnehmen. Sie irrten aber in der Richtung und kamen mittags mitten in der jetzigen Blutstraße zum Vorschein. Hier ging gerade ein Schlachter (oder ein Träger?) vorüber, als der erste Franzose sichtbar wurde. Schnell schlug der Schlachter mit seinem Beile dem Franzmann den Kopf ab and zog den Leichnam hervor und wiederholte dies bei allen nachfolgenden Franzosen, bis er sie alle geköpft hatte. Von diesem Blutbade hat die Blutstraße ihren Namen.- So hörte ich als Junge die Sage häufig auf der Straße. Damals wurde auch noch ein Loch in der Wallgrabenböschung an der Stadtseite ausgangs rechts dicht neben der Kröpeliner Brücke als der Anfang dieses Ganges gezeigt. Dies Loch war aber tatsächlich die Öffnung der alten Faulleite, die die Abwässer der Kröpelinerstraße früher in den Wallgraben führte. Die Öffnung war so groß, daß ein Mann gebückt darin stehen konnte, später wurde sie geschlossen, weil von der Straßenjugend allerlei Unfug darin getrieben wurde.

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Last Updated April 29, 2019, 12:05 (UTC)
Created April 29, 2019, 12:05 (UTC)
Identifier https://apps.wossidia.de/webapp/run/node/XMD-S001-000-006-274
nds In der Franzosenzeit sollen die Franzosen, um in die Stadt zu kommen, einen unterirdischen Gang angelegt haben, der draußen vor dem Kröpeliner Thore begann und in der Marienkirche enden sollte. Dort wollten sie dann unbemerkt heraussteigen und die Stadt einnehmen. Sie irrten aber in der Richtung und kamen mittags mitten in der jetzigen Blutstraße zum Vorschein. Hier ging gerade ein Schlachter (oder ein Träger?) vorüber, als der erste Franzose sichtbar wurde. Schnell schlug der Schlachter mit seinem Beile dem Franzmann den Kopf ab and zog den Leichnam hervor und wiederholte dies bei allen nachfolgenden Franzosen, bis er sie alle geköpft hatte. Von diesem Blutbade hat die Blutstraße ihren Namen.- So hörte ich als Junge die Sage häufig auf der Straße. Damals wurde auch noch ein Loch in der Wallgrabenböschung an der Stadtseite ausgangs rechts dicht neben der Kröpeliner Brücke als der Anfang dieses Ganges gezeigt. Dies Loch war aber tatsächlich die Öffnung der alten Faulleite, die die Abwässer der Kröpelinerstraße früher in den Wallgraben führte. Die Öffnung war so groß, daß ein Mann gebückt darin stehen konnte, später wurde sie geschlossen, weil von der Straßenjugend allerlei Unfug darin getrieben wurde.